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Praxisberichte

ParisLongchamp: Alles fließt

Bewegung und Transparenz als Leitmotive der neuen Ikone des Pferderennsports

Mit ParisLongchamp hat das bedeutendste Galopprennen der Welt eine neue Kulisse und Paris zugleich eine weitere wandlungsfähige Freizeitattraktion erhalten. Nach zweijähriger Bauzeit präsentiert sich die Galopprennbahn im Bois de Boulogne mit neuem Gesicht als Veranstaltungsort der besonderen Art. Der französische Stararchitekt Dominique Perrault ersetzte die bisherigen Tribünen durch einen viergeschossigen Neubau und schuf ein Ambiente, das Landschaft, Tribüne und Pferde organisch miteinander verknüpft. Bei der Neugestaltung der emblematischen Anlage setzte er einmal mehr auf Metallgewebe der GKD – GEBR. KUFFERATH AG.

Der Qatar Prix de l’Arc de Triomphe gilt als Weltmeisterschaft des Galopprennsports. Jedes Jahr am ersten Sonntag im Oktober zieht er auf der Rennbahn ParisLongchamp im vornehmen 16. Arrondissement 60.000 Besucher in seinen Bann. Mit einem Preisgeld von fünf Millionen Euro zählt er zu den höchstdotierten Pferderennen der Welt und wird in mehr als 200 Länder übertragen. 2011 gewann Perrault den internationalen Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des traditionsreichen Hippodroms und reihte damit eine weitere ruhmreiche Institution in die Liste seiner erfolgreichen Sportbauten ein. Neben der Radsporthalle und dem olympischen Schwimmstadion in Berlin tragen die Arena von Rouen und das Tenniscenter von Madrid seine Handschrift – und auch das olympische Dorf in Paris im Jahr 2024 wird von ihm gestaltet.

Im Einklang mit der Natur
Die Ursprünge der Rennbahn von Longchamp reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Durch zahlreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen entstand ein undurchsichtiges Geflecht aus Gebäuden und Flächen. Perrault schlug deshalb den Abriss der bestehenden Tribünen sowie mehrerer über das Gelände verstreuter Gebäude vor, um Platz für eine neue Haupttribüne und Pavillons für die bei einem Pferderennen benötigte Infrastruktur zu schaffen. Außerdem wurden verschiedene historische Gebäude – darunter Verwaltung, Stallungen und Totalisator – nach seinem Konzept saniert und erweitert. Zurückhaltende Eleganz und minimalistische Formensprache kennzeichnen Perraults Entwurf, der durch echoartige Bezüge Gegenwart und Historie der Rennbahn verknüpft. Der viergeschossige Tribünenneubau erschließt durch seine regalartige Konstruktion – mit offener Vorder- und Rückseite – einen 360-Grad-Blick auf Stallungen, Führring, Rennbahn und den umliegenden Bois de Boulogne. Als Kernelement der neuen Kultanlage bietet er neben 10.000 Sitzplätzen ein umfangreiches gastronomisches Angebot: Brasserie, Bars und ein Restaurant mit Dachterrasse. Zudem umfasst er Presse- und Hospitalitybereiche, 17 Suiten und zwölf VIP-Lounges. Damit ist die Tribüne auf das große Rennen Qatar Prix de l’Arc de Triomphe ebenso ausgelegt wie auf kleinere Galopprennen und andere Open-Air-Veranstaltungen – eine zentrale Anforderung der Bauherren, um die Rennbahn einem breiten und jüngeren Publikum zu öffnen. Komfort, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit standen dabei ebenso im Vordergrund wie der Wunsch nach einer identitätsstiftenden Architektur, die der ruhmreichen Historie Rechnung trägt. Perrault verleiht den architektonischen Elementen von ParisLongchamp Unverwechselbarkeit, indem er die umliegende Landschaft des Bois de Boulogne konsequent integriert und transformiert.

Spiel mit Licht und Grenzenlosigkeit
Perraults gestalterische Leitmotive Bewegung und Transparenz verleihen der 160 Meter langen Haupttribüne die Wirkung optischer Leichtigkeit und subtiler Kinetik: Durch das Zusammenspiel der offenen, leicht versetzten und zugleich doppelt geneigten Etagen entsteht ein etwa 20 Meter langer Überhang in Richtung Ziellinie. Dadurch erinnert die Form der Tribüne an die Bewegung eines galoppierenden Rennpferdes. Auf der Führringseite verläuft in viereinhalb Meter Höhe – parallel zum ersten Obergeschoss – ein Planches genannter Holzsteg. Diese fünfeinhalb Kilometer lange, von Bäumen gesäumte Promenade verbindet alle Einrichtungen wie Siegerehrungspavillon, Tunnelzugang zum Rasen, Restaurant, Führring und Gärten auf dem Gelände miteinander. Bei Bedarf wird der Boulevard auch zum Veranstaltungsort temporärer Events. Mit dieser umlaufenden Lebensader erweckt Perrault die frühere Bedeutung der Rennbahn als attraktiver Treffpunkt und Ort zum Flanieren im Grünen zu neuem Leben. Die gewählte Farbigkeit der Bauten – Naturtöne wie Ocker und Braun – sowie die mit Holz verkleideten Zuschauerränge lassen den gewaltigen Baukörper mit der Umwelt verschmelzen. Für die Gestaltung der Fassaden vertraute Perrault erneut auf verschiedene Metallgewebe von GKD. Ihre variantenreiche Ästhetik und vielseitige Funktionalität fasziniert ihn seit seinem ersten großen Erfolgsprojekt, dem Neubau der Französischen Nationalbibliothek Anfang der 1990er-Jahre. Für die geschosshohen horizontal verschiebbaren Sonnenschutzelemente der Haupttribüne und Pavillons, die den repräsentativen Treppenaufgang zum Haupteingang von ParisLongchamp flankieren, wählte er goldenes Edelstahlgewebe vom Typ ESCALE 7×1,5, dessen Spiralen mit den jahreszeitlichen Lichteffekten spielen. Im geschlossenen Zustand schützen die gut drei Meter hohen und 1,70 Meter breiten Paneele die Tribüne vor unerwünschter Aufheizung. So unterstützen sie das anspruchsvolle energetische Konzept des Baus, der wie alle anderen neuen Gebäude des Hippodroms HQE- (Haute Qualité Environnementale) Standard entspricht. Zugleich leitet die offene Gewebestruktur das Tageslicht weich gefiltert in die Räume und trägt so zum Aufenthaltskomfort bei. Durch ungehinderte Blickbeziehungen nach außen erfüllen die Sonnenschutzpaneele zudem den erklärten Wunsch nach Transparenz. Bei Innenbeleuchtung erlaubt die Metallmembran in den Abendstunden auch Einblicke von außen. Tagsüber tritt die schimmernde Membran mit der natürlichen Umgebung in einen behutsamen Dialog und verleiht der Tribüne durch ihren warmen Goldton die Anmutung mediterraner Leichtigkeit. Diese Farbwirkung griff Perrault auch bei den fünf Meter hohen, stilisierten Sonnenschirmen auf dem Steg, Geländern an den Aufgängen und den per Siebdruck bedruckten gläsernen Balustraden auf.

Alles kann, nichts muss
Bei der Innenausstattung setzte Perrault ebenfalls auf die außergewöhnlichen Eigenschaften der GKD-Metallgewebe: Als akustisch wirksame Decken, dekorative Deckenhänger sowie großformatige Wandbehänge zeigen sie in ParisLongchamp weitere Facetten ihres Potenzials. So verleiht CMP-Gewebe den Decken in den Korridoren eine monolithische Wirkung. Gleichzeitig verbessern die 2,4 Meter langen und 0,9 Meter breiten Deckenelemente aus Aluminiumgewebe den raumakustischen Komfort und die Sprachverständlichkeit in den von schallharten Beton- und Glasflächen geprägten Räumlichkeiten. Zur visuellen Strukturierung der weitläufigen Etagen platzierte Perrault überdies vertikal gehängte Gewebebahnen aus golden eloxiertem ESCALE 7×1, die im Zusammenspiel mit riesigen Kronleuchtern aus leuchtenden Röhren und geschwungenen Seilen eine ebenso elegante wie erhabene Atmosphäre schaffen. Unterstrichen wird diese Wirkung durch vier Meter hohe Wandbehänge aus dem gleichen Gewebetyp. Dem Salon Présidentiel verleiht ihre textile Struktur eine Prise eleganter Behaglichkeit. Alles kann, nichts muss: Mit dem Konzept maximaler Flexibilität der Nutzung und Freiheit in der Wahl der Begegnung mit Pferden, Sportlern, Pferdeliebhabern und breiter Öffentlichkeit beantwortet Perrault die Herausforderungen der Zukunft an den Pferderennsport. So bricht ParisLongchamp mit dem Muster der klassischen Rennbahn und vernetzt die Pole Sport und Event, Natur und Prestige, Innovation und Tradition zu einer auch im internationalen Vergleich einzigartigen Erlebniswelt.

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