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Praxisberichte

Goldene Membran als Ausdruck der Unternehmensbotschaft

Tencent-Headquarter als real gewordenes soziales Netzwerk

In China steht der Name der Stadt Shenzhen für rasendes Tempo. Ihre Metamorphose vom Fischerdorf mit 30.000 Einwohnern zur 15 Millionen-Metropole dauerte 30 Jahre. Nur zwei Jahrzehnte brauchte dort ein Startup bis zum Status als weltweit viertgrößtes Industrieunternehmen: Tencent, der als E-Mail-Provider gestartete Hightech-Konzern, der damit auch bereits Facebook im Börsenwert überholt hat. Das neue Headquarter des Überfliegers gestalteten NBBJ Architekten aus New York als Statement einer neuen Ära von Campusbauten: Zwei in der Sonne schimmernde Türme aus Glas und Stahl, die kupferfarbige Fußgängerbrücken verbinden, erinnern an Roboter in inniger Umarmung. Zur Verkleidung des gigantischen Atriums fiel die Wahl auf das von dem französischen Designer Alain Bony vorgeschlagene goldene Metallgewebe der GKD – GEBR. KUFFERATH AG.

Direkt an der Grenze zu Hongkong, in der südchinesischen Provinz Guangdong, liegt Shenzhen. 1980 zur Sonderwirtschaftszone ernannt, entwickelte sich das einst verschlafene Fischerdorf zu einer florierenden Marktwirtschaft unter staatlicher Kontrolle. Unzählige Hochhäuser formen heute eine Skyline, die den Vergleich mit Manhattan nicht scheuen muss. Jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone wird hier gebaut. Doch Shenzhen hat sich von der Werkbank der Welt zu Chinas Silicon Valley weiterentwickelt. Die Mehrheit der Bewohner ist jünger als 30 Jahre. Zahlreiche internationale Konzerne haben hier ihren Sitz und nirgendwo in China ist das Pro-Kopf-Einkommen höher. Das gigantische Wirtschaftswachstum macht Shenzhen zu einer der am schnellsten wachsenden Städte Chinas und damit Grundstücke in der Stadt zum räumlich stark begrenzten Gut. Eines der berühmtesten Kinder der Stadt ist der außerhalb Chinas noch relativ unbekannte Internet-Gigant Tencent. Der Erfinder der beiden in China meist genutzten Apps – QQ und WeChat – ist heute auch Marktführer bei Online-Spielen, bietet Videostreaming-Dienste an und bezieht allein 20 Prozent seines Umsatzes aus Werbeeinnahmen. Längst arbeitet das Unternehmen mit Hochdruck an der internationalen Expansion, besitzt Anteile unter anderem an Snapchat und Tesla und wächst seit seiner Gründung ebenso unaufhörlich wie rasant.

Campus-Idee in der Vertikalen realisiert
Nur ein Jahr nach der Fertigstellung des ersten Firmenneubaus in Shenzhen für 15.000 Mitarbeiter wurde die Planung eines neuen globalen Headquarters, das Platz für weitere 12.000 Mitarbeiter bietet, erforderlich. Mit der Umsetzung beauftragte Tencent das renommierte amerikanische Architekturbüro NBBJ, das bereits vielfach ausgezeichnete Hauptzentralen von Hightech-Unternehmen wie Amazon, Google, Microsoft oder Samsung gebaut hat. Das Team um Jonathan Ward setzte sich mit einem gänzlich neuen Campus-Konzept gegen sechs Mitbewerber durch. Tencent wünschte einen klassischen Campus nach US-amerikanischem Vorbild: Er sollte durch seine Weitläufigkeit in attraktiver, naturverbundener Umgebung und einen zentralen Treffpunkt, wo man sich automatisch begegnet, austauscht und neue Ideen findet, zu Vernetzung und Aufenthaltskomfort beitragen. Das Grundstück für den neuen Firmensitz lag jedoch im Herzen der Stadt, an einem Kreuzungspunkt der vielspurigen Stadtautobahnen und erlaubte damit nur eine Umsetzung in Hochhausform mit viel Raum auf geringer Grundfläche. Dagegen sprach jedoch für Tencent, dass die Mitarbeiter unterschiedlicher Teams, Abteilungen, Flure und Etagen in solch einer Gebäudeform häufig keinen Kontakt untereinander haben. NBBJ verschmolzen die Vorteile beider Ansätze – inspirierende Weitläufigkeit und innerstädtische Flächeneffizienz – zu einem völlig neuen Konzept, das die Campus-Idee neu dachte und in der Vertikalen realisierte. Dazu wurde der Gedanke eines Wolkenkratzers in zwei Gebäude auseinanderdividiert und mit den Qualitäten eines klassischen Campus versehen. So bestehen die Tencent Seafront Towers aus zwei Türmen, 50 und 39 Stockwerke hoch, die mit leichter Drehung gegeneinander gebaut wurden. Die versetzte Höhe mindert die Windlast durch die in der Region typischen tropischen Winde und sorgt zugleich für eine Belüftung des zwischen ihnen liegenden Atriums. Außerdem spenden sich die Türme gegenseitig Schatten und unterstützen so das ausgeklügelte integrierte Energiekonzept.

Brücken als Links zum echten Leben
Schlüssel des vertikalen Campus-Konzeptes sind jedoch drei Skybridges, die sich als horizontale Begegnungsflächen kreuzen. Optisch verleihen die mit kupferfarbigen Paneelen verkleideten Verbindungen den Türmen eine Seele, da sie diese wie in einer innigen Umarmung versunken wirken lassen. Folgerichtig werden sie Links genannt, die – mit themenspezifischen Angeboten – zu Bewegung und Vernetzung beitragen. Während der Link auf der ersten Etage oberhalb der Lobby mit Café, Ausstellungsfläche und Auditorium für kulturellen Austausch sorgt, bietet der mittlere auf der 21. Etage ein umfangreiches Angebot für Erholung und Gesundheitsförderung. Meditationsräume, Basketballplatz, Fitnesscenter, Swimmingpool, Spieleräume und sogar eine Laufbahn ermöglichen hier jede Form von Auszeit. Der oberste der drei Links auf der 34. Etage ist dem Thema Wissen gewidmet und setzt dieses mit Bibliothek und Konferenzräumen um. Alle Links werden von Dachterrassen mit landschaftlich gestalteten Gärten gesäumt. Damit sie die ihnen zugedachte Funktion als Ort der Kommunikation, Kollaboration und Inspiration auch tatsächlich erfüllen, entwarfen NBBJ Architekten für das Headquarter ein Aufzugsystem, das möglichst alle Mitarbeiter regelmäßig auf diese Begegnungsflächen führt. Expresslifts fahren von der Lobby nur bis zu den Brücken. Dort steigen die Mitarbeiter in lokale Aufzüge, die sie zu ihrem Flur bringen. Konstruktionsbedingt ist dies der schnellste und einfachste Weg zu jedem Ziel in den Türmen. So werden die Links zum Pendant des zentralen Platzes im traditionellen Campus, wo sich die Mitarbeiter, auch wenn sie in unterschiedlichen Gebäuden arbeiten, automatisch treffen. Spontan kommen sie hier auf dem Weg von der unter den Türmen gelegenen Busstation oder vom Parkplatz zum Büro, an der Warteschlange an der Saftbar oder auch auf dem Weg zum Sport ins Gespräch. Diese sozialen Treffpunkte sind durch die Brücken wie in einer Stadt auf das gesamte Headquarter verteilt, sodass soziale Netze, also das Kernbetätigungsfeld von Tencent, real erfahrbar werden. Durch diese systematisch konzipierte und dennoch organische Vernetzung der Menschen entstehen genau jene Synergien, die zu der von Tencent gewünschten Kollaboration und Inspiration führen – als Voraussetzung für weiteres Wachstum.

Goldenes Netz als Filter zwischen Innen und Außen
Für zusätzliche Belebung und soziale Begegnungen sorgt die Konzeption der für die Öffentlichkeit von zwei Seiten zugänglichen Lobby. Dadurch wird sie zum viel genutzten Durchgang von anderen Teilen der Stadt zum Hightech-Viertel Nanshan. Dieser zentrale Schnittpunkt von Innen- und Außenwelt wurde von den Architekten wie das gesamte Gebäude als bewusstes Statement der Vernetzung gestaltet. Zur Verkleidung von drei Seiten des Atriums oberhalb der Lobby wählten sie deshalb Metallgewebe von GKD. Auf 1.850 Quadratmetern verhüllt das goldene Netz das dreigeschossige Auditorium. 28 Paneele, jedes vier Meter breit und 16,5 Meter hoch, formen diese raumprägenden Behänge. Ihre filigrane Textur ermöglicht Einblicke von der Lobby in das Atrium ebenso wie die freie Sicht von dort oben in die Eingangshalle hinunter. Dabei dient die textile Hülle zugleich als effiziente Absturzsicherung. Optisch harmonisiert sie wie ein zarter Schleier die Wirkung der dahinterliegenden Gänge und Räumlichkeiten des Atriums. Für die Gestaltung der Verkleidung wurde GKD mit der Entwicklung eines neuartigen Sondergewebes beauftragt. In dreikettige Kettseilgruppen aus naturbelassenem Edelstahl wurden goldfarben eloxierte Aluminiumdrähte und -rohre in wechselnden Abständen eingewebt. Die unterschiedlichen Durchmesser der Gewebekomponenten – vier Millimeter dicke Drähte und zwölf Millimeter dicke Rohre – bedeuten im Webprozess erhebliche Spannungsunterschiede. Diese wurden webtechnisch vollständig nivelliert, damit das Gewebe die statischen Anforderungen an den großformatigen Behang zuverlässig erfüllt. Auch die Montage des Sondergewebes erforderte die jahrzehntelang gewachsene Kompetenz der Experten aus Deutschland: So mussten die Rohre in den Paneelen sauber gefluchtet werden, um die Anmutung einer scheinbar durchgängigen Textur zu schaffen. Eine besondere Anforderung der Planer war zudem die Definition des Goldtons. Er sollte nicht nur homogen auf gesamter Fläche gewährleistet sein, sondern auch die hohen Erwartungen der Designer in Bezug auf die Gewebewirkung unter verschiedenen Lichteinflüssen erfüllen. Die dezente Brillanz des schließlich gewählten sanften Goldtons lässt das Atrium wie von der Sonne berührt wirken und verleiht der Lobby mit ihrem kühlen Grau von Marmorboden, Wänden und Aluminiumblenden wohltuende Wärme. Im Atrium selbst korrespondiert die gewählte Farbigkeit zugleich mit dem Holzton der Wand- und Deckenverkleidung. So wird die goldene Membran zur edlen Visitenkarte des Headquarters, das durch Größe und Ästhetik das Image eines wahrhaft bedeutenden Konzerns untermauert und mit maximaler Vernetzung von Umfeld und Mitarbeitern verbindet.

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