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Praxisberichte

GKD: Dem Himmel ein Stück näher

Goldenes Metallgewebe als Decke in der EUMETSAT-Kantine

Im Auftrag von 30 Mitgliedstaaten der Europäischen Union beobachtet die Europäische Organisation für Betrieb und Auswertung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) Klima und Wetter. Die Daten, die sie mit komplexen Satellitensystemen ermittelt, gewinnen angesichts des Klimawandels immer mehr an Bedeutung. Das damit einhergehende Wachstum der Organisation spiegelt sich in der kontinuierlichen Erweiterung ihrer Zentrale in Darmstadt wider. Der Neubau eines sechsgeschossigen Bürogebäudes umfasst auch eine Kantine für alle Mitarbeiter am Standort. Ihr unverwechselbares Gesicht erhielt sie durch eine lamellenartig abgehängte Decke aus dem goldfarbigen Aluminiumgewebe PC-ALU 6010 der GKD – GEBR. KUFFERATH AG.

Wettervorhersagen von heute haben mit althergebrachten Bauernregeln wenig gemeinsam. Per Satellit werden Klima und Wetter global beobachtet, um anhand der so gewonnenen Daten Behörden, Bürger und Unternehmen über aktuelle Entwicklungen jederzeit auf dem Laufenden zu halten. In Europa überwacht die EUMETSAT rund um die Uhr Atmosphäre, Ozeane und Erdoberfläche und übermittelt die Daten an die beteiligten EU-Mitgliedstaaten. 1986 gegründet, eröffnete die Organisation 1991 ihre Zentrale in Darmstadt. Schon bald waren die ursprünglichen Räumlichkeiten jedoch den steigenden Anforderungen und Mitarbeiterzahlen nicht mehr gewachsen. Vorläufiger Abschluss einer Reihe von Aus- und Neubauten ist ein sechsgeschossiges Bürogebäude mit 160 Arbeitsplätzen. Nach nur 18-monatiger Bauzeit konnten rund 100 Mitarbeiter aus provisorisch errichteten Containerbüros in den rund zehn Millionen teuren Neubau einziehen, weitere 60 neue Mitarbeiter sollen folgen. Der von Pielok Marquardt Architekten aus Offenbach gestaltete Neubau ist in seiner Form das Spiegelbild eines bereits bestehenden Gebäudes. Neben hoher energetischer Qualität und Multifunktionalität kennzeichnen Transparenz und modernes Design das Gebäude. Vier Büroetagen bieten variabel nutzbare Flächen mit transparenten Trennwänden, die keinen Wunsch – Open Space, Kombibüro oder klassische Bürozelle – offenlassen.

Funktionale Aufteilung – außergewöhnliche Ästhetik
Das Erdgeschoss besteht aus zwei getrennten funktionalen Einheiten, die über separate Zugänge zu erreichen sind. So entstand hier neben einem Kontrollzentrum für ein neues Satellitenprogramm auch die Campus-Küche mit angeschlossener Kantine für die inzwischen rund 600 Mitarbeiter am Standort. Sie ist für die Ausgabe von 410 Essen am Tag ausgelegt und bietet 250 Sitzplätze. Dank Pfosten-Riegel-Fassade ist der Raum lichtdurchflutet. Geschickte Möblierung unterteilt seine Fläche in unterschiedliche, akustisch optimierte Zonen. Das Weiß von Tischen und Stühlen wird durch eingelegte Streifen im glänzenden Fußboden ebenso aufgegriffen wie durch die Verkleidung von Essensausgabe, Säulen und Stürzen. In der Mittelzone bilden dazu Bänke in leuchtendem Rot mit hohen, schallabsorbierenden Rückenlehnen einen frischen Kontrast. Abgerundet wird das Farbkonzept durch das warme Braun des Steinfußbodens und der Akustikverkleidung aus Holz. Raumprägend ist jedoch die abgehängte Decke aus 400 Quadratmetern goldfarbenem Aluminiumgewebe. Ihre 120 lamellenartig verlegten Elemente verleihen der Kantine durch ihren dezenten Schimmer die Wirkung von Sonnenstrahlen. Diesen Eindruck unterstreichen LED-Lichtleisten. Zugleich verbirgt das Gewebe die Technik für die Lüftung mit Zuluftauslässen an den Elementrahmen. Folglich zählte die Revisionierbarkeit der gewebten Deckenelemente zu den zentralen Anforderungen an GKD. Die Planer wählten eine Sonderkonstruktion des Gewebetyps PC-ALU 6010 mit unterschiedlichen Drahtstärken in Kette und Schuss und somit eine besonders offene Gewebekonstruktion. So schaffen Funktion und Ästhetik der Gewebedecke den gewünschten hohen Aufenthaltskomfort in der Kantine und machen den Raum zugleich zum unverwechselbaren Augenschmaus.

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