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Beitrag zum NRW-Wirtschaftsblog Klartext der GKD-Vorstände Ingo und Dr. Stephan Kufferath: Digital or out!

In unserem Alltag hat die Digitalisierung längst einen festen Platz – bei der Planung einer Fahrt nach Köln oder Düsseldorf, beim Nachschub für unseren Kühlschrank oder als Amazon-Sprachassistentin Alexa. In der Industrie jedoch ist das noch lange nicht der Fall. Dabei entscheidet Digitalisierung mehr als jeder andere Faktor über die Zukunftsfähigkeit von Produkten, Prozessen, Unternehmen und Geschäftsmodellen.

Nordrhein-Westfalen ist der Standort vieler Hightech-Unternehmen, auch von GKD. Wir alle haben gute oder sogar sehr gute Produkte, befinden uns aber in einem dramatischen Wandel. In der Vergangenheit hatte jeder von uns bewährte Geschäftsmodelle, um flexibel, schnell und gut zu reagieren. Diese Modelle waren an Wertschöpfung, Funktionen und Verrichtung orientiert. Dafür erfassten unsere ERP-Systeme Abweichungen und planten als Reaktion darauf. Angesichts der enormen Steigerung von Komplexität bei Prozessen, Strukturen, Kunden- und Qualitätsanforderungen reicht das jedoch nicht mehr. Wenn wir unseren Vorsprung im globalen Wettbewerb nicht verlieren wollen, müssen wir – statt weiter zu reagieren – ab sofort antizipieren. Mit unserem Smartphone machen wir das längst: Bevor wir in die Stadt fahren, checken wir Verkehrslage und Wettervorhersage, Restaurant- oder Veranstaltungstipps. Dafür nutzt das Smartphone Big Data und erschließt uns so die Möglichkeit, uns selbst perfekt zu navigieren. In unseren Unternehmen können wir das wegen der Heterogenität vorhandener Daten noch gar nicht. Dabei war es noch nie zuvor möglich, so viele Daten so schnell zu verarbeiten, zu speichern und zu übertragen wie heute – und diese Kapazitäten vervielfachen sich rasant.

Die Herausforderung an uns Unternehmer lautet also, unsere zunehmend komplexen Prozesse und Mechanismen so zu beherrschen, dass wir sie künftig wie unsere Fahrt in die Stadt steuern können. Durch die Umsetzung dürfen wir aber nicht langsamer werden, sondern müssen sogar noch deutlich an Geschwindigkeit gewinnen. Wir können es uns schlicht nicht mehr erlauben, unsere Ressourcen in Form von zwar vorhandenen aber ungenutzten Fertigungsdaten durch Suchen und Warten auf die benötigten Informationen zu vergeuden. Zur Steigerung der Effizienz von Entwicklung und Produktion führt an Big Data kein Weg vorbei. Wie unsere Smartphones im Alltag müssen auch wir bei unseren Fertigungs- und Wertschöpfungsverfahren in unseren Unternehmen jede Information zu jeder Zeit, in Realtime interpretier- und umsetzbar nutzen können. So kommen wir durch Big Data auch zu völlig neuen Entwicklungsmechanismen. In Teilbereichen setzt GKD das für die Automobilindustrie im Bereich von Filtern für die Abgasrückführung bereits um. Wir bauen keinen kompletten Prototyp mehr, sondern stellen Werkzeuge im 3D-Druck her und simulieren zeitgleich das Durchströmungsverhalten. Vor dem realen Filterprodukt hat unsere Entwicklungsabteilung einen digitalen Zwilling gebaut, mit dem wir uns einen Teil der Musterwebungen ersparen. Die Validierungs- und Optimierungsprozesse erfolgen anschließend gemeinsam mit dem Kunden. Die Erkenntnisse aus den realen Prototypen werden automatisch digitalisiert und fließen unmittelbar wieder in die Weiterentwicklung ein. Auf diese Art und Weise gelangen wir wesentlich schneller als früher zum serienreifen Filter. Nach jedem Entwicklungsprozess – ganz gleich ob bei einem Produkt oder einer organisatorischen Veränderung – betrachten und bewerten wir den Gesamtprozess und identifizieren Verbesserungspotenziale, um die gewonnenen Erkenntnisse für zukünftige Prozesse zu nutzen. So schaffen wir durch Lessons Learned einen sich selbstoptimierenden Kreislauf.

Das Ziel einer auf diese Art und Weise selbstlernenden Fabrik bleibt jedoch so lange Theorie, wie ein Unternehmen nicht die digitale Transformation umsetzt. Bisher mit Checklisten, SPC-Karten, Excel-Sheets etc. erhobene Daten sind nicht miteinander vernetzbar. Ohne eine homogenisierte Datenlandschaft in den Unternehmen sind die vorhandenen Informationen jedoch nicht in der gewünschten Form nutzbar. Unser Smartphone lebt ja auch von Datenintegrität – Restaurantführer, Wettervorhersage und Navigationssystem funktionieren zusammen. Die digitale Transformation bedeutet aber, dass wir den alten Zustand aufgeben und Transparenz zulassen müssen – beides fällt nicht jedem leicht und ist auch nicht immer gewünscht. Gerade die familiengeführten, mittelständischen Unternehmen, die ihre Zukunft in der digitalen Transformation sehen, müssen durch neue Ansätze, die auch erhebliche Investitionen in Soft- und Hardware nach sich ziehen, ihre Produktion transformieren. Nur so können sie aufbau- und ablauforganisatorische Geschäftsmodelle überdenken und – falls nötig – umstellen. Es reicht nicht, über Digitalisierung zu reden, wenn man in der Produktion noch beim Taylorismus stehen geblieben ist. Ziel der digitalen Transformation ist es, im Datenozean die richtigen Daten zu identifizieren, um daraus Ziele abzuleiten – also vom Reagieren zum Agieren zu kommen.

Die Unternehmen in NRW und in ganz Deutschland können das aber nur so gut, wie Land und Kommunen es auch umsetzen. Das fängt bei Übertragungsgeschwindigkeiten in öffentlichen Netzen an und hört bei Bürokratiehemmnissen auf. Öffentliche Verwaltungen, Planungs- und Genehmigungsbehörden, die sich nicht denselben Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung unterwerfen wie die Industrie, verschwenden industrielle Ressourcen. Was Amazon heute schon kann, müssen Unternehmen morgen können, sonst sind sie weg vom Fenster. Unsere öffentlichen Verwaltungen sind jedoch noch beim Rechenschieber.

Die digitale Transformation ist Trainingsprogramm und Voraussetzung für das weitere Bestehen in globalisierten Märkten. GKD ist wie die gesamte deutsche Industrie global aufgestellt. Deshalb müssen wir die Digitalisierung nicht als Risiko begreifen, sondern als Chance nutzen. Mittelständische Unternehmen wie wir sind bereits heute in vielen Bereichen besser als andere. Durch die Digitalisierung können wir diesen Vorsprung ausbauen. Denn die Geschwindigkeit des Lernens und die Fähigkeit, daraus schnell Schlüsse zu ziehen und in serienreife Produkte umzusetzen, entscheiden künftig über Innovationskraft und Fortbestand eines Unternehmens im globalen Wettbewerb. Das zeigt uns letztlich nichts besser als die Entwicklung des Smartphones.

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